B12:  Skitouren rund um die Kürsinger Hütte  (04. - 07.4.2016)

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Skitour auf den Großvenediger vom 04. – 06.04.2016

Am Montag in aller Früh starteten wir zu acht in Richtung Hohe Tauern, um über das Sulzbachtal zur Kürsinger Hütte, 2258 m, hochzusteigen. Das Wetter und die Laune waren gut, obwohl wir am Ende des Tages eine Vorstellung davon hatten, was unter dem „langen Hatscher zur Hütte“ zu verstehen war: Sieben Stunden „nur“ Aufstieg, 16 km, 1705 hm. Uff, für mich schon ein neuer Rekord! Und all das Gepäck auf dem Rücken, da die Materialseilbahn nur das letzte Stück abdeckte. Da half auch der Charme beim Wirt nichts, uns oder zumindest unser Gepäck ein Stückchen weiter zu transportieren… Zumindest hatte ich das Glück, als einzige ohne Blasen an der Hütte anzukommen.

Am nächsten Tag nahmen wir den Großvenediger, 3666 m, ins Visier.

In zwei Seilschaften arbeiteten wir uns nach oben, das Wetter bewölkt und extreme Windböen. Mindestens drei Mal hat mich der Wind umgeblasen, andere blieben standhafter. Aufregend war es trotzdem, die Landschaft mit den riesigen Gletscherfeldern und dem blau-schwarzen Eis schon sehr beeindruckend. Nach etwa fünf Stunden (rund 1500 hm) kamen wir am Gipfel an, die Sicht war eingeschränkt. Schade, all die Mühe, und dann sieht man – nix! Eigentlich soll das Panorama dort ja gigantisch sein… Für uns gab es aufgrund des Windes und des doch starken Andrangs nur ein kurzes Gipfelfoto, um dann zur Hütte zurückzufahren. Technisch war die Tour nicht wirklich schwierig, auch der Schnee gut zu fahren, anstrengend waren die dünne Luft und der eisige Wind.

Aufgrund der ungünstigen Wetterprognose machten wir uns am Mittwoch auf den Heimweg. Am Vormittag blitzte die Sonne nochmal hervor, ein kurzes Gastspiel, das ein herrliches Panorama bot. Wir wollten die Schlieferspitze in Angriff nehmen, aber der zunehmende Nebel hat’s verhindert. Zurück ins Tal ging`s dank bergab (631 hm Aufstieg, 2.253 hm runter) dann doch etwas zügiger. Der Schnee war nicht mehr super bzw. gar nicht vorhanden. 13 Mal haben wir die Skier ab- bzw. angeschnallt bevor wir dann müde, aber glücklich, am Parkplatz ankamen.

Und sobald man dann einige Stunden später entspannt zuhause mit dem Sprizz in der Hand in der Badewanne sitzt und die Ereignisse nochmals Revue passieren lässt, weiß man doch, wofür man/frau das getan hat, der lange Hatscher, das Hochkämpfen durch den Wind und dann keine Fernsicht am Gipfel: Für mich war es ein unvergessliches und beeindruckendes Erlebnis, meine erste „echte“ Skihochtour… Danke an Euch als verlässliches und gutes Team  und  vor allem an Raphi und Klaus als souveräne Guides. Ich freu mich schon auf die gemeinsamen Touren nächstes Jahr!

Berg frei, Birgit