Es sollte bitterkalt werden, jeden Tag sank die Temperatur etwas mehr. Dementsprechend wurden auch die Rücksäcke vorsorglich mit Angstjacken vollgestopft. Schließlich werden wir vier Tage auf Skiern die Kitzbüheler Alpen durchqueren. Unsere Route führt uns dabei von der Wildschönau ins Spertental. Bei der Ankunft wurde mir erst einmal bang: mein kleiner 30l Tages-Rucksack sah neben den anderen, doppelt so großen Rücksäcken, schon minimalistisch aus. Das brachte ihm nachher auch den Namen „Handtäschchen“ ein.
Für Änderungen war es ohnehin zu spät und wir begaben uns direkt auf die erste Tour. Das erste Hindernis ließ nicht lange auf sich warten: eine Brücke ohne Geländer - so breit wie ein Ski. Wir entschieden uns daher für eine Bachdurchquerung. Was uns dann aber erwartete war traumhaft:
bei schönstem Wetter haben wir das Schwaigberghorn erklommen. Nach einem schnellen Buildl auf dem Gipfel mussten wir auch direkt schon wieder den ersten Pulverhang genießen, um anschließend den Gipfelschnaps zu trinken und den Hang nochmals hochzulaufen. Gipfelgenuss war definitiv nicht das Hauptziel der Tour. Es folgten weitere tollen Abfahrten und nach einem kleinen Fußmarsch sind wir in den Fuchswirt in Kelchsau eingekehrt, wo wir standesgemäß in der königlichen Suite mit Sekt empfangen wurden.
Am nächsten Tag ging es in den Langen Grund und auf den Schafsiedel. Für den Gipfelanstieg bei recht mäßiger Sicht wurden auf den letzten Metern noch die Harscheisen angezogen, so dass wir den Gipfel rechtzeitig bei aufreißenden Wolken erreicht haben und bei strahlendem Sonnenschein genießen konnten. Die Abfahrt nach Wegscheid war auch wieder mit butterweichen Pulverhängen versehen. Nach einer weiteren Überquerung einer Brücke ohne Geländer (Flussbettdurchquerung) konnten wir den Tag gemütlich bei einer prächtigen Graukassuppe und einem Schweinsbraten ausklingen lassen.
Am darauffolgenden Tag ging es für uns zwischen eingeschneiten Tannen und Sonnenstrahlen hoch auf den Steinbergstein. Oben angekommen wurde ein motivierender Gruß von uns Gipfelzirklern an die schwächelnde Münchner Zirkelgruppe gesendet. Nach dem Aufwärmen mit dem Gipfelzirkeltraining ging es hinab in das Manzenkar, welches trotz schlechter Sicht enorm spaßig war.
In unserer letzten Unterkunft im Windautal haben wir entschieden das Gerstinger Joch zu besteigen. Obwohl die Sicht zunehmend schlechter wurde und die Temperaturen merklich sanken, war auch die letzte Tour ein voller Erfolg – trotz eines ungeplanten Zwischengipfels. Die Abfahrt in das Spertental war gespickt mit wunderbaren Pulverhängen. Somit sind wir am vierten Tag wie geplant in Aschau angekommen und konnten die Tage bei einer kleinen Brotzeit Revue passieren lassen, bevor es wieder auf den Rückweg ging.

Vielen Dank an den Klausi für die hervorragende Führung und Auswahl der Touren. Für nächstes Jahr sind ihm schon neue tolle Ideen gekommen.
Robert wir denken an dich!
Vielen lieben Dank an die Sissi fürs Hinbringen und Abholen, das war wirklich großartig!

Berg Frei, Marc Möller (Bericht: Marc Möller )
OG Brünnstein           (Fotos:   Fritz Binder, Marc Möller, Klaus Wieland)

B.02241 Skidurchquerung Kitzbüheler Alpen (24. - 27.02.2018)

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