Lygnen-Alps 2018

Ende April, wenn sich in unseren Gefilden die Skitourensaison so langsam dem Ende neigt, ging es auch dieses Jahr wieder los Richtung Norden in den Lygnen-Fjord. Nach den tollen Bildern und Geschichten aus dem letzten Jahr trafen alle 7 Teilnehmer inklusive unseres Organisators Klaus am Münchner Flughafen, um über Oslo weiter nach Tromsö zu fliegen. Schon im Flieger von München nach Oslo war der Anteil der Leute in diverser Funktionsbekleidung überdurchschnittlich hoch, und der Flieger von Oslo nach Tromsö war mehr oder weniger komplett mit Skitourenbegeisterten besetzt. Genau so muss es sein, auch wenn aufgrund des Wetterberichtes klar war, dass es mit dem Schnee zumindest „interessant“ werden könnte.

In Tromsö angekommen wurden die ganze Ausrüstung ins Auto geladen. Glücklicherweise hatte Klaus das wohl schon im letzten Jahr geübt, denn ohne die richtige Packstrategie hätten wir die ganze Ausrüstung und die notwendigen Essen- und Getränkevorräte wohl nie alle im Auto untergebracht.

Ganz wichtig bei Autofahren ist die gute Laune des Fahrers, und um diese zu gewährleisten wurde auch gleich der lokale Rockradiosender eingeschaltet, der uns die ganze Woche über auf all unsere Fahrten begleitet hat. Ob damit es jeden Geschmack getroffen wurde, kann man nicht mit Gewissheit sagen, aber die Stimmung im Auto war immer richtig gut und jede Fähre wurde „extrem“ pünktlich erwischt.

Einmal angekommen, waren die Zimmer waren schnell aufgeteilt und los ging es mit der Tourenplanung für die nächsten Tage. Klaus hatte für Bücher- und Kartenmaterial gesorgt, so dass sich jeder ein Bild von den schier unbegrenzten Möglichkeiten dieser Gegend machen konnte. Klar gibt es auch hier ausgeschriebene Skitouren, aber mit nur etwas Phantasie und einem Blick in die Landschaft wurde hier jeden schnell klar, dass man sicher etliche Jahre mit Skitouren hier oben verbringen kann. Berge, Schnee und Wasser wohin man auch blickt. Und das Gute daran, es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Von eher sanften Hügel mit weiten Hängen bis hin zu Stellrinnen der allerfeinsten Sorte findet hier wohl jeder etwas. Jeden morgen sorgte Angie für die perfekte Organisation des Frühstücks und der sonstigen Verpflegung bis hin zum Abendessen. Alle haben fleißig mitgeholfen, aber ein ganz besonderes Dankeschön nochmal an Angie. Und so konnte die Woche beginnen…

Das Wetter war für diese Jahreszeit etwas wärmer und feuchter, als es normalerweise zu erwarten ist. Die Schneemenge und dessen Beschaffenheit variierte von Tour zu Tour. Insgesamt war der Schnee die Tage über eher weich und feucht, als trocken und pulverig. Auch Bruchharsch und Pulverschnee konnte man ab und an noch finden. Aufgrund dieser doch eher anspruchsvollen Verhältnisse, war das ein oder andere Mal eine saubere Skitechnik und viel Gefühl gefragt. Besitzer von eher breiten Ski und Stöcken mit großen Tellern waren eindeutig etwas im Vorteil (aber das predigen ja einige, u.a. der Autor dieses Berichtes, ja seit Jahren …). Und das auch Helme auf der Tour absolut Sinn machen, wurde auch wieder klar, denn gegen einen Sturz ist bei solchen Schneeverhältnissen niemand gefeit, besonders wenn das Tempo mal etwas höher wird (oder Marc).Zum Glück und auch dank Helm ist nichts passiert.

Trotz der teilweise nicht ganz einfachen Bedingungen hatte unser Guide Klaus jederzeit alles im Griff.

Dafür ein großes Lob, das auch für die ganze Gruppe gilt, die jederzeit zusammengehalten und Rücksicht genommen hat, wenn es nötig war, so z.B., wenn die Sicht mal wieder komplett weg war und man sich nur noch auf das GPS verlassen musste, um sicher durch den Whiteout zu navigieren.

Solche Erlebnisse gehören eben dazu und es war gut zu sehen, wie alle als Gruppe zusammengehalten haben. Auch als wir kurz vor dem Gipfel umkehren mussten, weil die Verhältnisse eben doch zu unsicher waren.

Höhepunkte der Woche waren sicher die Touren auf der Insel Kagen, die Abschlusstour auf den Gletschern oberhalb von Koppangen oder der Sulz-Salom durch den Birkenwald. Einfach genial! Man wagt sich kaum vorzustellen, wie das wohl erst bei Pulverschnee sein muss, aber da kann es ja jeder   …

Vom Gipfel direkt bis ans Meer abfahren, auch genau deswegen sind wir hierhergekommen und genau das haben wir letztendlich auch geschafft. Und sogar das Wetter hat sich dann doch noch von seiner besseren Seite gezeigt, so dass man diese unglaubliche beeindruckende Landschaft aus Bergen, Wasser, Schnee und Eis nochmal so richtig genießen konnte. Wie immer geht so eine Woche viel zu schnell vorbei. Aber ich bin mir sicher, dass der ein oder andere von uns nicht zu letzten Mal in den hohen Norden kommt, um dann bei hoffentlich noch etwas besserem Schnee die ein oder andere Rinne in Angriff zu nehmen. Mir hat es auf jeden Fall richtig Spaß gemacht, auch wenn der Schnee und das Wetter nicht perfekt waren. Das lässt sich nicht ändern und es kommt immer darauf an, was man daraus und wem man unterwegs ist. Und genau diese beiden Dinge haben super gepasst.
Daher nochmal Danke Klaus und Angie und an alle, die mit dabei waren.
Bericht von Sebastian Rhod
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B.04211   Norwegen  (21.04. - 28.04.2018)  
B.04281   Norwegen  (81.04. - 05.05.2018)  

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