Das Sterben der heimischen Eschen!
Der Bezirksumweltarbeitskreis auf seiner Mai-Exkursion in der Allacher Lohe

Mehrere Kilometer breit war der Saum von Lohwäldern, der einst im Norden von München zu finden war. Die noch bestehenden Lohwaldreste sind leider von einander isoliert.
Bei Lohwäldern handelt es sich um Labkraut-, Eichen-, Hainbuchenwälder. Dominierende Baumarten in der Allacher Lohe sind Stieleiche, Hainbuche, Winterlinde und Esche. Hinzu kommen als lebensraumtypische Baumarten u. a. der Spitzahorn oder die Bergulme.
Die jungen Stieleichen wurden einst geschält und daraus wurde die Gerberlohe für die Lederbearbeitung gewonnen. Die Eichen überleben dass, da die geschälte Rinde wieder nachwächst. Die Hainbuchen wurden zur Brennholzgewinnung gefällt. Dank ihres Stockausschlagsvermögens treiben die Hainbuchen wieder aus dem Wurzelstock aus. In Verbindung mit der traditionellen Waldbeweidung führte diese Form der Waldnutzung zu lichtungsreichen, hellen Wäldern mit einem artenreichen Unterwuchs, zu dem das Labkraut (Galium) gehört.

Bedrohte Esche:
Die Esche ist durch das „Falsche Weiße Stengelbecherchen“ (Hymenoscyphus fraxineus) bedroht. Es handelt sich um einen Pilz der das Eschentriebsterben in ganz Bayern und darüber hinaus in weiten Teilen Europas verursacht. So gut wie alle Eschen sind davon befallen. Im Sommer bildet das „Falsche Weiße Stengelbecherchen“ unscheinbare Furchtkörper aus, deren Sporen durch den Wind verbreitet, die gesunden Blätter infizieren. Über die Blattstiele wächst der Pilz in die Zweige und später weiter in die bereits verholzten Bereiche. Im weiteren Verlauf der Erkrankung entstehen Rindennekrosen, es erfolgt also das Absterben des Rindengewebes. Das befallene Holz ist nicht infektiös und kann verwendet werden.

Von der S-Bahn-Station Karlsfeld ging es am 7. Mai 2019 in wenigen Minuten zum Nordwestrand der Allacher Lohe. Hier sind Randbereiche des naturgeschützten Lohwaldes vom Ausbau des Tunnels der A 99 bedroht.

In der Lohe fanden wir einen noch immer ein farbenfrohen Unterwuchs wie Lungenkraut, Hainsalat, Salomonssiegel, Goldnessel, Ruprechts-Storchschnabel, aber auch die Rötliche Schuppenwurz, die als Vollschmarotzer mit Hilfe von Saugwurzeln die Wurzeln von Haseln, Pappeln oder Erlen anzapft. Die Schuppenwurz (Lathraea squamaria) bildet unterirdisch ein reich verzweigtes, bis zu 2  m langes und bis zu 5 kg schweres Rhizom aus, das ein Gewicht von bis zu 5  kg erreichen kann.

Eindrucksvoll sind auch die Reste der ehemaligen Allacher Heide, die zum größten Teil dem Rangierbahnhof zum Opfer fiel und im Verlauf des Jahres sehr blumenbunt sind!  

Euer Hans
(Bezirksumweltreferent / Natura-2000-Scout
)

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